Menschen verlassen ihre kleinen Kreise und greifen nach dem Allgemeinen. Mehr ist es nicht, und es ist schwerer, als es klingt, denn jede wissenschaftliche Welt ist ein kleiner Kreis, der sich stillschweigend für die Welt hält. Der anglophone ist schlicht jener Kreis, der sich international nennen durfte.
Das hier ist deshalb keine Verlagsschelte und keine Fürsprache für irgendjemandes Peripherie. Wohltätigkeit wäre dieselbe Landkarte noch einmal, nur mit einem großzügigen Zentrum. Der Einwand ist schlichter und nimmt uns alle mit hinein: eine Literatur, die aus einem Bruchteil der Arbeit zusammengesetzt ist, ist eine schlechtere Literatur, und wer sie in Berlin liest, ist genauso schlecht bedient wie die, die in Krakau ungelesen bleibt.
Was BICSS heute ist, ist eine Idee, die versucht, sich im Internet zu organisieren. Es gibt keine juristische Person, kein Büro und nichts Veröffentlichtes. Das Ziel ist, nachzuholen, was die Sozialwissenschaft übersprungen hat: die Fachgesellschaft, die sie nie hatte. Zeitschriften, ein Kongress, ein Buchprogramm, im Eigentum der Mitglieder statt der Anteilseigner. Deshalb streben wir eine eingetragene Genossenschaft mit Sitz in Berlin an und keine Gesellschaft. Das alles kommt später und in dieser Reihenfolge, und wir werden auf einer Website nicht so tun als ob.
Über uns selbst gehört das Naheliegende ebenfalls gesagt. Wer das hier anfängt, kommt überwiegend aus einem Land, weil das die Leute sind, die der Gründer kennt, und genau das ist der eben beschriebene Mechanismus. Gründungsgruppen entstehen über starke Bindungen und Ähnlichkeit, und der gute Wille ist dagegen gemessen worden und hat verloren. Wir verlassen uns deshalb nicht auf unsere Absichten. Wir schreiben Regeln, jetzt, solange sie uns nichts kosten.